3 Säulen

Kihon

Kihon heißt „Grundlage“, „Quelle“ oder „Ursprung“ (des Könnens). Es wird aber oftmals einfach mit „Grundschule“ übersetzt. Im Kihon werden die Kihon-Waza (grundlegende Techniken) immer und immer wiederholt und somit perfektioniert und verinnerlicht. Dabei darf man jedoch auch nicht den physischen Aspekt außer Acht lassen. Denn dabei wird die konditionelle Ausprägung erhöht und die koordinativen Fertigkeiten gesteigert. Kihon ist somit lediglich eine Kräftigung der Muskulatur, die Stärkung von Sehnen und Bändern. Dies alles ist notwendig, um ein angemessenes technisches und körperliches Fundament für einen Karateka zu schaffen. Denn diese einzelnen Techniken werden später für Kata und Kumite benötigt und müssen zu diesem Zeitpunkt bereits einwandfrei ausgeführt werden können

Kata

Kata bedeutet „Form“ oder „Schablone“ und ist die nächsthöhere Stufe zu Kihon. In der Kata stellt sich der Karateka mehrere Gegner vor, gegen die er sozusagen einen Scheinkampf bestreitet. Wie die Kata aussieht, ist jedoch keinesfalls dem Karateka selbst überlassen, denn jede Kata besitzt eine fixe Abfolge an Kihon-Waza, sowie ein fixes Embusen (Schrittdiagramm), welches strikt eingehalten werden muss. Mit anderen Worten ist die Kata nichts anderes als ein stilisierter und choreographierter Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner. Die Kata beherbergt die komprimierten Techniken einer Schule, und da es mehrere Stilrichtungen gibt, gibt es große, aber auch kleinere Unterschiede zwischen den einzelnen Katas und ihrer Namensgebung.

Die Kata des Karate (es gibt 50 davon) sind länger als die Kata des Schwertkampfes oder des Jújutsu, sie enthalten bis zu 70 verschiedene Handlungen. Einfache Katas bestehen aus 20 Handlungen.

Meister Funakoshi Gichin sagt, dass Katas Folgendes ausdrücken:

Ich schwöre im Licht der Götter dieser Welt, dass ich nicht kämpfen will. Aber ich kann auch nicht ausweichen. Wollen Sie nicht lieber aufhören? Allerdings, wenn es sein muss, stelle ich mich Ihnen.

 

Diese Grundhaltung ist auch der Grund dafür, dass alle Karate-Kata mit einem Block beginnen und mit einem Block enden. Katas vermitteln auch den Lehrsatz: „Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.“ und den Geist des shurei (Respekt).

Die Einheit von Seele, Technik und Körper zu erreichen, bedeutet dass die Technik aus der Bewegung eines Körpers entsteht, der von einer mit der Welt, mit dem Universum vereinten Seele durchdrungen ist. Diese Regel kann man erst verstehen, wenn man diese Sphäre des Einsseins mit der Natur erreicht hat. Es bedeutet siegen, ohne zu kämpfen.

-Mabuni, Kenei

Kumite

Im Kumite werden nicht mehr die einzelnen Techniken geübt oder ein Scheinkampf ausgefochten, denn im Kumite steht man einem realen Gegner gegenüber. Dabei steht die Übung des Kampfes mit einem realen Gegner im Vordergrund. Im Kumite gibt es mehrere Untergruppen mit diversen Unterschieden an Ausführungsarten und Variationen. Jedoch kann man zwischen zwei großen Gruppen unterscheiden.

Es gibt einerseits das Yakushoku-Kumite, welches alle Formen des abgesprochenen Partnerkampfes umfasst. Dabei ist die Angriffszahl, die Art der Angriffe und die Art und Weise des Abwehrens festgelegt. Weiters gibt es noch das Jiyu-Kumite, welches alle Freikampfformen im Karate umfasst.

Das Kumite bietet dem Karateka die Möglichkeit, seine Kenntnisse und seine Fähigkeiten an einem oder mehreren echten Gegner/n auszuprobieren. Somit dient Kumite der Schulung des Distanzverhaltens, der Stressbewältigung und der Maximierung der Effizienz der Einzeltechnik beziehungsweise einer Technikkombination. Außerdem wird das Gefühl für Trefferflächen geschult und die damit verbundene Schlagkraft trainiert. Der Karateka lernt, sich auf den Gegner und seine Bewegungen im Raum zu konzentrieren und durch Disziplin und praktische Technik-umsetzung zu kontern.